Ghost Side Story

 

Geister gibt es. Manchmal begegnen sie uns bei ganz banalen Dingen - wie bei einem Immobilienerwerb. Manchmal gruseln sie uns nicht, sondern bezaubern uns. Und manchmal geschieht dann etwas Unglaubliches. Ghost Side Story - erschreckend charmant, charmant erschreckend. 

 

 

 

Idee und Text: Sascha Thiel

 

 

 

Bühnenbild und Figuren: Birthe Thiel

Debüt mit Schwarzlicht

Sabine Herder, PAPIERTHEATER ONLINE MAGAZIN 2021

 

Aus dem Dunkel schälen sich die Lichtkegel von zwei Taschenlampen, eine leises Brummen schwillt zum Getöse an, ein Flugzeug wirft ei-
nen riesigen Schatten und plötzlich befinden wir uns mitten in einem Luftangriff. Fast unbemerkt hat sich inzwischen der Vorhang geöffnet und zeigt schwebend eine Ruine – dann Dunkel.

 

Bei schönstem blauem Himmel möchte Antoine eine alte englische Villa kaufen. Die Maklerin warnt vor einem unheimlichen„Mitbewohner“ und erlaubt ihm, zur Probe eine Nacht im Haus zu ver- bringen. Tatsächlich taucht ein Geist auf, Stella, die hier einst bei einemBombenabgriff umgekommen war. Antoine kauft das Haus und Geistin und Mann
verlieben sich. Was tun? Nach einer mitternächtlichen Paarberatung bei
Anne Boleyn, einer kopflosen Spukgestalt,muss – klassische Dramaturgie – vor der Lösung noch ein Problem überwunden werden; in diesem Fall
in Gestalt des Geisterjägers John Sinclair.Nach mehreren Ohnmachten des vom Schrecken übermannten Liebhabers, einer Verfolgungsjagd, wie man sie so noch nie auf dem Papiertheater sah, den gewohnt gut getak-
teten Screwball-Dialogen und einem Musikeinsatz, der zugleich Umbaupausen überbrückt und das Geschehen ironisch kommentiert, ist das Stück ein Effektfeuerwerk, das nach einigem viktorianisch anmuten-
den Grusel in ein Happy End mündet.

 

Ghost Side Story ist das erste Papiertheaterstück aus der Feder und unter
der Regie von Sascha Thiel. Er setzt auf schwarzweiße Dekorationen, die im Schwarzlicht ungesund schillern. Ein einfacher Lichtwechsel ermöglicht, den Spuk schnell wieder zu beenden und ganz nebenbei
lernen wir noch, dass LED-Schwarzlicht schwächer ist als solches
aus Glühbirnen, sich leicht überblenden lässt und nur mit grüner
Schwarzlichtfarbe reagiert – Toll!



 

 

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